26-08-2009 RTF "Wendelsteinrundfahrt" in den Bayrischen Voralpen
Gastbeitrag von Martin - Mitglied des
Obwohl selber kein Freund langer Anreisen mit Übernachtung hatte ich mich entschlossen, mit Heiner und Achim an der Wendelsteinrundfahrt teilzunehmen. Auf den ersten Blick ist die Wendelsteinrundfahrt eine RTF bzw. ein Radmarathon wie andere Veranstaltungen auch, näher betrachtet und erlebt jedoch ein familiäres, liebevoll gestaltetes Radsportevent der besonderen Art - trotz hoher Teilnehmerzahl!
Die 650 Kilometer lange Anreise macht man ja nicht so einfach mal nebenbei.Also für Freitag Urlaub genommen und Donnerstag Abend den Wagen klargemacht. Freitag Morgen um 6.15 Uhr dann zur Zonser Fähre um Achim, der in Urdenbach wohnt, abzuholen. Nachdem wir anschließend noch Heiner aufgegabelt hatten, machten wir uns auf den Weg, über die A3 Richtung Frankfurt, Würzburg, Nürnberg, München, von dort über A 99 und A8 bis nach Vaden, einem kleinen Dorf in der Nähe des Startortes Au. Nachmittags erkundeten wir noch locker mit den Rädern die Gegend und holten unsere Startnummern ab. Erkunden ist eigentlich zu viel gesagt, Heiner kennt sich in der Gegend bestens aus, kennt sämtliche Cafes im Umkreis und hatte auch noch Kontakt zu anderen Radsportkumpels, die ebenfalls starten wollten.
Ich behaupte, falls wir mal eine Tour in Nepal machen sollten: Heiner kennt nicht den Dalai Lama, aber mit Sicherheit jemanden, der wiederum den Dalai Lama kennt.
Aus diesem Grund haben wir Heiner voller Respekt den Ehrennamen "Dalia" Lama verliehen.
Die Wettervorhersage hatte ausgerechnet für den Samstag schlechtes Wetter prognostiziert. Dementsprechend wurde ich dann auch morgens durch das Rauschen des Regens geweckt. Also erst mal frühstücken und danach Lagebesprechung.
Wir kamen überein, mit dem Wagen zum Start zu fahren, um dann dort vor Ort zu entscheiden.
In der Zwischenzeit hatte es zwar aufgehört zu regnen, der wolkenverhangene Himmel verhieß aber nichts Gutes. Am Startort angekommen, fragte dann jedoch keiner mehr nach dem Wetter, die Räder wurden wie selbstverständlich ausgeladen und wir rollten zum Start.
Nur Raimund, der Wetterexperte aus Südtirol, ließ sich davon nicht beirren und fuhr nicht mit uns los.
Wie wir hinterher erfuhren, sind insgesamt über 2.200 Teilnehmer auf den Strecken 50, 115, 165 oder 202 km gestartet.
Strömender Regen abwechselnd mit Nieselregen waren kurz nach dem Start unsere ständigen Begleiter. Abgesehen von der topographisch reiz- und anspruchsvollen Streckenführung (höchster Punkt der Strecke ist der Sudelfeldpaß mit 1123 Metern) durch die bayerische Landschaft sind die Verpflegungsstellen absolute Highlights dieser Veranstaltung. Zusätzlich zur Startnummer war jedem Teilnehmer ein Armband ausgehändigt worden. Nur mit Startnummer plus Armband hatte man Zutritt zu den Verpflegungsstellen. Und seit Samstag weiß ich warum.
Einfach überwältigend die vielfältige Auswahl: Statt Aldiwaffeln diverse Kuchen, belegte
Brötchen (in Bayern Semmeln genannt), mit Wurst oder Käse, Rührei, Kasspatzn!, diverse Getränke, heiße Suppe, Joghurt.
Bemerkenswert auch eine Getränkeabfüllvorrichtung, bei der sich 10 Personen gleichzeitig bedienen konnten. Das alles gemanagt von bestens aufgelegten Mitgliedern des Ski-Clubs Au, dem veranstaltenden Verein. Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass wir den Sudelfeldpaß im dichten Nebel bei 9 Grad hoch- und runtergefahren sind. Auf Grund der Wetterverhältnisse waren wir recht schnell übereingekommen, nur die 115-km-Strecke zu fahren.
Zum krönenden Abschluß gab es im Ziel anschließend noch eine Windweste von für jeden Teilnehmer.
Mit uns und der Welt zufrieden ließen wir dann den Abend in der besten Pizzeria des Ortes ausklingen. Vorher hatte Achim im Gasthof auf unserer Etage noch eine Waschmaschine entdeckt. Wir haben also kurzentschlossen unsere schmutzigen Radsportsachen in die Maschine gesteckt, schließlich wollten wir am nächsten Tag bei dann vorausgesagtem besten Wetter den Rest der Strecke noch fahren, was wir auch in die Tat umgesetzt haben, nicht ohne in Kolbermoor einen Espresso in einem umgebauten ehemaligen Turbinenhaus zu uns zu nehmen.
Die Rückfahrt haben wir dann gegen 14 Uhr angetreten. Bei mehr als lebhaftem Ausflugsverkehr hatten wir dann die Gelegenheit, die Würzburg mal von einer anderen Seite zu betrachten, da wir dort einen Stau umfahren haben. Gegen 21.30 Uhr ging ein ereignisreiches Wochenende für mich zu Ende.
Freue mich riesig auf die bevorstehende Arbeitswoche. (Martin)