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12-10-2009  Herbsttour 2009

Beitrag von Michael "Francesco" Moser

Bei meiner diesjährigen mehrtägigen Fahrt im „Goldenen Oktober“ wollte ich vom Sonthofen im Allgäu nach Benrath radeln. So etwa 650 km wie mein Routenplanung mir zeigte und die wollte ich natürlich in sportlich kurzer Zeit absolvieren.

Zur Vorbereitung habe ich u.a. mit den Jungs vom Team POWER-ON einige Ausfahrten über die hiesigen Hügel gemacht. Darunter war die sehr gelungene RTF „Kettwiger Hügeltour“ in Essen oder die diesjährigen Campana - Classics in Burscheid.

Doch mit einem drastischen Wetterwechsel in der ersten Oktoberwoche musste ich auch meine Tourenplanung wechseln: für den Montag 12.10. wurde leichter Schneeregen für Sonthofen vorhergesagt. Polarluft aus nördlicher Richtung, teils mit stürmischem Wind, sollte die Temperaturen am Alpenrand auf 1-4 Grad sinken lassen. Doch am Montagmorgen versprach der Wetterbericht im Radio von Norden her eine Wetterbesserung für Düsseldorf und NRW. Einher mit stürmischen Wind Nord-Nordwest Stärke 3 und Temperaturen von 10 Grad sollte es zumindest trocken und sonnig sein.

Das war die Entscheidung - Radtour von Nord nach Süd - mit dem guten Wetter!

Um 9 Uhr ging es los, die mir bekannte Strecke entlang des Rheins nach Köln, Bonn, Koblenz (4:30 h-schöner Schiebewind), Boppard und Bingen. Dort nach etwas Suchen hinauf durch die ersten Weinberge der Nahe bis Wörrstadt, wo ich glücklich kurz vor Dunkelheit eine Bleibe fand. Zurück lag eine schöne sonnige Fahrt, 230 km, 8:20 h Fahrzeit.

Am nächsten Tag war es schon etwas „frischer“ - immer noch nördliche Winde, 8 Grad, Sonne. Die Strecke führte nach Worms über einige Weindörfer, Rheinüberquerung bei Mannheim, leichter Regen Richtung Heidelberg, verwirrende Streckenführung von Radwegen: irgendwann fuhr ich bei Walldorf in herrlich gefärbtem Laub durch ein Waldgebiet – mit dem Rennrad über Stock und Stein, äh Äste und Laub. Leider konnte mir der Garmin Edge 705 hier auch nicht mehr helfen, der Akku war leer. Auch hatte ich den wochentäglichen LKW-Verkehr auf Bundesstraßen unterschätzt. Einiges „den Weg suchen“ über den Tag hat Zeit gekostet, die mir abends fehlte. Denn als es gegen 17:30 Uhr anfing zu regnen (bei 8 Grad) gedachte ich der langwierigen Suche nach einer Unterkunft am Vortag und suchte/fand in Vaihingen an der Enz eine Bleibe, 20 km vor Stuttgart, meinem geplanten Etappenziel für diesen Tag. Aber mit immerhin 165 km, Fahrzeit 6:15 h und nun total knapp 400 km an zwei durchaus kühlen Herbsttagen war ich durchaus zufrieden, und erfreute mich nach einer heißen Dusche an sehr leckeren Wildspezialitäten und einem (2…) Bierchen.

Der dritte Tag begann mit vereisten Autoscheiben "... gut dass ich mit dem Rad unterwegs bin" dachte ich. Trotzdem waren es nur knackige 4 Grad, als ich um 10 Uhr auf das Rad stieg, fest entschlossen, keine Umwege um Stuttgart zu machen und irgendwie Richtung Ulm zu finden. Also schön warm angezogen und los. Doch nach 10 km gab es schon die erste längere Steigung, ich war zu warm angezogen, die Handschuhe mussten zur Kühlung weichen. Die hügelige Wegstrecke setzte sich fort, teils auf Landschaftswegen entlang der Bundesstraße, plötzlich auf dem Acker endend. Teils auf eben dieser B10, eine wahre LKW-Rennstrecke nach Stuttgart. Als die B10 dann zur Schnellstraße wurde, musste ich mit meinem bescheidenen Fahrtempo passen und die etwas ruhigere Strecke über Ludwigsburg nach Waiblingen angehen. Inzwischen war die Temperatur zwar auf 6 Grad angestiegen, in meinen durchgeschwitzten Radsachen war mir aber so kalt - und wer mein Kälteempfinden kennt… - dass ich keine Freude an weiteren 3 bis 3:30 Stunden „Bodenfrost“ mehr hatte.

Mit diesem ausgekühlten Körper und der Kälte hatte ich nicht gerechnet, so kenne ich mich gar nicht. Nach einigem Hin- und Her-Überlegen siegte die Vernunft: Statt Richtung Ulm trat ich den Weg nach Stuttgart an. Statt abends von Ulm aus, ging es nun schon nachmittags von Stuttgart aus nach Hause – im schönen warmen Zugabteil und eingepackt in trockenen Sachen.

So endete meine diesjährige Herbsttour zwar wetterbedingt mit einer etwas kürzeren Strecke (450 km in 2 ½ Tagen) als geplant, dennoch hatte ich viel Spaß an der schönen Fahrt durch unbekannte Gebiete. Ich war froh, dass es überhaupt so gepasst hat, Schneeregen im Allgäu, brrr – kein Radwetter…

Alles hat gut funktioniert!!! - die Schaltung, Dank an Heiner - Gepäckträger war super hilfreich, DANKE Andreas! Mein Rücken bereitete mir keine Probleme, trotz Rucksack voll gepackt mit viel warmer Radkleidung. Dank auch an Achim, der mir seinen Garmin Edge 705 für die Aufzeichnung der Strecke geliehen hat.

Alles in allem eine schöne Herbsttour, die Lust macht auf ein nächstes Mal.

Rennrad ade, jetzt freue ich mich auf schöne Mountainbike-Touren an sonnigen Wintertagen.

Michael "Francesco" Moser